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TRIPLE H

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Wrestling-Superstar TRIPLE H ein Vampir? Hunter Hearst Helmsley bringt M&F hinter die Kulissen seines wilden Hollywood-Ritts. Von Michael Berg

„Es ist schwer, in diesem Ding zu atmen“, flüstert Triple H, alias Hunter Hearst Helmsley, mit einer angestrengten Stimme und bezieht sich auf das Geschirr, das fest um seinen 120 kg schweren Körper gewickelt ist. Es ist jedoch keine Zeit, sich um Atemprobleme zu sorgen, da jedermann seinen Platz für die Kampf-Szene eingenommen hat. Sechs Meter Seil sind durch das Geschirr an Hunters Rücken befestigt, während er in Position geht, im Angesicht mit Wesley Snipes. Hinter der Kamera halten vier Crew-Mitglieder das Seil.
Action. Hunter schlägt zu. Wesley entgegnet dem mit einem Fersentritt, der direkt auf Hunters Schlüsselbein landet. Bei diesem Hinweis ziehen vier Männer kraftvoll an Hunter, während er in die Luft geht und einige Meter nach hinten fliegt. Ein Stapel Polster stoppen seinen Fall und der Raum wird still, als Wesleys Fuß auf den Boden sinkt. Schnitt.
Triple H muss den rückenbrechenden Stunt an diesem kalten Herbstnachmittag im Bridge Studio in Vancouver, Kanada, noch viermal machen. Aber Sie hören keine Beschwerden von ihm darüber oder seine erste Filmrolle, in der er einen Bösewicht spielt, der halb Vampir, halb Mensch ist. Eigentlich wurde der Konsens am Set von Blade: Trinity von einem Crew-Mitglied auf den Punkt gebracht: „Verraten Sie sein Geheimnis nicht – er ist ein netter Kerl.“
Das Spiel? Der Mann, der einen Vorschlaghammer im Wrestling-Ring als Markenzeichen hat? Ein netter Kerl? Nun, er war auf jeden Fall nett genug, den Tag mit M&F zu verbringen und über die Schauspielerei, Wrestling und sein absolutes Lieblingsthema – das Bodybuilding – zu sprechen. Urteilen Sie selbst.

M&F: Erzähle uns mehr über Jarko Grimwood, die Rolle, die du in Blade spielst.
HUNTER: Ich spiele den Schweren in einer Gruppe von Vampiren, die versuchen, sicherzustellen, dass sie die dominante Spezies auf dem Planeten werden. Wir wollen Blade fangen und töten. Man findet später im Film heraus, dass ich wie Blade bin, nämlich halb Mensch. Aus dem Grund habe ich Stahlzähne anstelle von echten und Kräfte, die seinen ähneln. Immer, wenn man glaubt, dass Blade und seine Leute entkommen sind, tauche ich aus dem Nichts auf.

M&F: Irgendwelche denkwürdigen Szenen, die du bislang abgedreht hast?
HUNTER: In einer Szene, die hier in Vancouver gedreht wurde, stellen wir Blade eine Falle und lassen ihn von der Polizei fangen, dann gehen wir als Polizisten verkleidet ins Revier, um ihn abzuholen. Die anderen Helden in dem Film retten ihn. Ein Aufstand bricht im Polizeirevier aus und wir haben einen heftigen Kampf mit Waffen. Sie entkommen schließlich mit Blade. Während sie die Straße hinunter fahren, jage ich sie, und Jessica Biel, die eine der Helden spielt, schießt mir einen Pfeil ins Auge.

M&F: War die Szene eine Herausforderung im Vergleich zu dem Kampf, an den du im Ring gewöhnt bist?
HUNTER: Die Herausforderung besteht darin, nicht wie ein Idiot auszusehen (lacht), auf der Leinwand nicht doof rüberzukommen. Wenn auf der anderen Seite sieben Kerle sind, die mit Kugeln um sich schießen, und man zurück schießt, Dinge explodieren und Zeug auf einen fällt, man seinen Einsatz schaffen muss, am richtigen Ort sein und in die richtige Richtung blicken muss, das ist nicht einfach. Ich bin an unsere Wrestling-Umgebung gewöhnt. Ich kann das mit geschlossenen Augen. Hier macht es viel Spaß, aber es ist eine andere Welt.

M&F: Hast du andere Projekte in Arbeit? Es gab Gerüchte, dass du Conan spielst, jetzt da Arnold für das Projekt nicht mehr zur Verfügung steht.
HUNTER: Ich traf John Milius (Regisseur von Conan, der Barbar und Red Dawn), als er ursprünglich darüber nachdachte, King Conan zu machen. Er traf sich mit mir und sprach damals über die Rolle in dem Film. Bevor Arnold zum Gouverneur von Kalifornien gewählt wurde, sagte John, dass, wenn Arnold gewinnt, ich die Titelrolle spielen sollte. Es hängt noch in der Luft, ob das für alle machbar ist, aber das hat John gesagt
.
M&F: Arbeitest du mit John nicht auch an einem Film mit der WWE Produktionsfirma?
HUNTER: John hatte ein Drehbuch und ein Projekt, in dem er mich haben wollte. Er sprach mit dem WWE Produktionsbüro und sie mochten das Konzept – wir werden das wahrscheinlich im April in New Mexico drehen. John will es Jornada de Muerte nennen, was übersetzt so viel wie Tag des Todes heißt. Ich bin nicht sicher, ob Vince (McMahon, Chef der WWE) das mag. Der Hintergrund ist modern, während sich die Geschichte um eine Motorrad-Gang dreht, die mit Drogen handelt. Ich spiele den Kerl, der in vielerlei Hinsicht ein Scheißkerl ist, aber aufgrund der Umstände und weil er starke Moralvorstellungen hat – so eine „Ehre unter Dieben“ Sache – bringt er sich in eine Situation, wo er im Recht ist.

M&F: Was macht für dich einen coolen Actionfilm aus?
HUNTER: In vielen Filmen geht es heute darum, wie cool sie einen Dinosaurier aussehen lassen können oder die längste Autoverfolgung oder eine Kampfsportszene, wo letztendlich zwei Kerle umeinander herum tanzen. Es geht nur um Spezialeffekte und als Fan ist mir das egal. Die Dinge müssen innerhalb der Umgebung laufen. In The Matrix gibt es einen Grund, warum sie beim Kampf in der Luft schweben. Wenn man einen normalen Film hat und ein Kerl plötzlich durch die Luft fliegt, verliert man die Realität. Wenn ich einen Film sehe, dann mag ich eine gute Geschichte.

M&F: Würdest du gern mit Actionfilmen weitermachen oder etwas anderes versuchen?
HUNTER: Ich bin glücklich, nur ein Actionkerl zu sein. Wenn man mir 20 Millionen zahlen will, um einen Film zu machen, indem ich die Leute verprügle, dann ist mir das Recht. Niemand wird mich für Shakespeare buchen, das sollten sie auch nicht. Ich weiß, wer ich bin, ich weiß, was ich tue. Aber ich denke auch, dass es einen großen Bedarf für einen reinen Actionstar gibt. Niemand wird Ben Affleck den Bösewicht abkaufen.

BODYBUILDING
M&F: Bist du ein großer Bodybuildingfan?
HUNTER: Ich habe dem Olympia 2003 nicht beigewohnt, weil ich an dem Tag geheiratet habe, aber vor drei Jahren war ich beim Olympia-Wochenende. Ich bin ein großer Fan. Jemand sagte einmal hinter der Bühne zu mir: "Du bist hier die größte Berühmtheit und läufst mit weit aufgerissenen Augen umher und bestaunst die Kerle erfuhrtsvoll." Das tue ich. Vielleicht sind sie Fans von mir, aber ganz sicher bin ich ein Fan von ihnen.

M&F: Wie schaffst du bei deinem vollen Terminplan das Training?
HUNTER: Das ist schwer. Wenn ich höre, wie Menschen, die jeden Tag zuhause sind, sagen: „Ich habe nicht die Zeit zum Training“ – man hat immer die Zeit. Ich habe früher in Afrika in einer Hütte trainierte, wo ich Lehmblöcke als Gewichte nutzen musste. Es geht nicht darum, ein teures Studio zu haben. Es geht darum, was Sie in die Sache investieren.

M&F: Wie sieht deine Trainingsmethode aus?
HUNTER: Wenn ich ins Studio gehe, ist es mein Ziel, mich zu konzentrieren und hart zu arbeiten. Ich trainiere für einen kurzen Zeitraum schwer – bis zum Muskelversagen – und lasse meinem Körper dann Zeit für die Erholung.

M&F: Wie oft pro Woche trainierst du?
HUNTER: Ich gehe normalerweise vier Tage pro Woche ins Studio. Ich teile meine Körperteile auf. Brust und Bizeps, Schulter und Trizeps, Rücken, und Beine. Derzeit schaffe ich es nicht so oft ins Studio, also mache ich einen drei Tage-Split: Beine an einem Tag, Brust und Rücken an einem Tag, Schultern und Arme an einem Tag.

M&F: Wie sieht ein typisches Training aus?
HUNTER: Meine Einheiten sind nicht lang, nur 30-45 Minuten, je 2-4 Übungen pro Körperteil. Sobald ich aufgewärmt bin, mache ich nur einen Satz bis zum Muskelversagen – ziele bei Oberkörperübungen auf 6-8 Wiederholungen pro Satz, für die Beine auf 10-12 ab – und gehe direkt zur nächsten Übung. Sehr selten mache ich Mehrfachsätze bis zum Muskelversagen. Ich halte mich an Grundübungen, je nach Verletzungen. Meine Brust z.B. – vor ca. einem Jahr hatte ich ein Ellbogenproblem, das meine Drückfähigkeit einschränkte, also fing ich mit Vorermüdung an. Ich wärmte mich mit Bankdrücken auf, machte dann einen Satz Butterfly bis zum Muskelversagen, bevor ich meinen schweren Satz Bankdrücken ausführte. Ich schaffte beim Bankdrücken zwar Muskelversagen, aber mit viel weniger Gewicht als ich normalerweise schaffe, was meinem Ellbogen keine Probleme bereitete.

M&F: Was ist in Bezug auf deinen Körper dein jetziges Ziel?
HUNTER: Das wechselt ständig. Ich werde viel abnehmen, wie im letzten Jahr für die Wrestlemania, als ich ca. auf 113 kg ging. Sobald ich dort angelangt war, wollte ich sofort wieder schwerer werden. Ungefähr 120 kg ist mein normales Gewicht. Ich habe einen schnellen Stoffwechsel – am schwersten ist für mich, ausreichend zu essen, um mein Körpergewicht zu halten, besonders wenn ich jeden Abend eine halbe Stunde kämpfe und
trainiere.

M&F: Wann hast du mit dem Training angefangen?
HUNTER: Ich war über 1,82 m groß und wog 68 kg, als ich 14 war. Ich wusste, dass ich dünn war, aber ich war nicht davon besessen, schwerer zu werden. Ich war als Kind ein großer Wrestling-Fan und die Bilder von Bodybuildern, die ich in Zeitschriften sah, haben mich immer beeindruckt. Ich wollte auch so sein. Ich mochte es einfach, ins Studio zu gehen, mich anzustrengen – je härter man trainiert, desto mehr Ergebnisse bekommt man. Ich mag die Disziplin.

M&F: Wie strikt bist du mit deiner Ernährung?
HUNTER: Ich ernähre mich recht gut – viel Protein, mäßig viele Kohlenhydrate und Fette – und schummle gelegentlich. Ich esse viel Steak, Huhn, Pute, Fisch und Eiklar. In Bezug auf Kohlenhydrate esse ich meistens Reis, Kartoffeln, Gemüse und Nudeln. Ich nutze auch viel Creatin, Proteinpulver und Proteinriegel und ergänze meine Fettaufnahme mit Fischöl. Wenn ich viel zu tun habe und keine Mahlzeit schaffe, ist ein Proteinshake meine erste Wahl, ein Riegel meine zweite. Ich versuche, alle 2,5-3 Stunden zu essen.

WRESTLING-AHNENTAFEL
M&F: Was willst du in deiner Wrestling-Karriere noch erreichen?
HUNTER: Es ist lustig. Die Leute sagen: „Was kannst du noch erreichen?“ Ich liebe es, in meine Rolle zu schlüpfen, vor 50.000 Menschen aufzutreten und ihre Emotionen zu kontrollieren, sie jemanden entweder hassen oder lieben lassen. Vor so vielen Menschen zu stehen, ist der ultimative Adrenalinschub. Ich betrachte Kerle wie Rick Flair, er ist über 50 und seit 30 Jahren im Geschäft. Was muss er noch beweisen, er hat vor 20 Jahren alles bewiesen, wissen Sie, was ich meine? Ich liebe das Geschäft, ich liebe es, dabei zu sein, ich liebe es hinter den Kulissen. Es geht nicht darum, etwas zu beweisen oder etwas zu erreichen, das ich nie zuvor gemacht habe. Es geht darum, das Ganze zu genießen.

M&F: Wie sieht deine Rolle hinter den Kulissen von WWE aus?
HUNTER: Ich schreibe zwar nicht, aber in unserem Geschäft werden Talente immer nach ihrer Meinung gefragt und wir haben die Möglichkeit, sie zu sagen. Weil ich das gemacht habe und weil ich bewiesen habe, dass ich darin gut bin, werde ich viel gefragt. Es hat Zeiten gegeben, als ich z.B. mit meiner Quadrizepsverletzung pausiert habe, da ging ich zu Meetings, organisierte Kämpfe und half bei neuen Ideen, weil ich im Geschäft sein wollte. Ich habe die WWE immer als Partnerschaft angesehen. Ich will das Produkt zum allerbesten machen.

M&F: Wie geht es deinem Quadrizeps? (Anm. d. Red.: Hunter riss sich bei einem Monday Night Raw-Kampf im Mai 2001 seinen linken Quadrizeps vom Knochen – ein Kampf, der bis zum Ende weiterging, bevor er hinter die Bühne getragen wurde. Nach einer Operation und 10 Monaten intensiver Reha kehrte er am 7. Januar 2002 zum Wrestling zurück.)
HUNTER: Er wird nie wieder 100 % sein. Das geht nicht. Viele Menschen wissen das nicht, aber als ich in dem Jahr zurückkehrte und in die Wrestlemania ging, fing mein Knie bereits an, zu schmerzen. Ich ging für eine Untersuchung zum Arzt und fand heraus, dass ein Teil meiner Kniescheibe, wo die Löcher für die Nähte gebohrt worden waren, abbrach, überquoll und in eine Sehne drückte. Es war alles verkalkt. Dr. Andrews (der Operation durchgeführt hat) fragte: „Schmerzt das?“ und ich sagte: „Es stört mich, aber ich kann damit leben.“ Also haben wir es bis auf weiteres so gelassen.

M&F: Im Oktober 2003 hast du Stephanie McMahon (die hinter den Kulissen von WWE arbeitet und auch regelmäßig vor der Kamera zu sehen ist) geheiratet. Ist es besser oder eher schlecht für die Beziehung, dass ihr beide in derselben Branche seid?
HUNTER: Das Schöne bei uns ist, dass wir eine Leidenschaft teilen. Sie arbeitet härter als ich, als jeder, den ich kenne. Sie ist sehr engagiert und zielorientiert und ich bewundere das. Es hilft, dass wir alles, was uns passiert, gegenseitig verstehen können. Sie versteht, was ich auf Reisen durchmache, und ich weiß, was sie im Büro durchmacht.

M&F: Was macht ihr, um euch zu entspannen?
HUNTER: Schlafen (lacht). Wenn man so wenig zuhause ist, möchte man nur dort bleiben. Ich bin mit Steph am liebsten den ganzen Tag faul im Haus, dann ziehen wir uns schön an und gehen essen, kehren wieder nach Hause zurück und sehen uns einen Film an. Wenn ich Freizeit habe, gehe ich gern ins Studio. Für mich ist Training wirklich eine Entspannung.

M&F: Wie lange willst du das Wrestling noch machen?
HUNTER: Wenn man mich vor vier Jahren gefragt hätte, wie lange noch, dann hätte ich für immer gesagt. Dann riss ich mir meinen Quadrizeps. Es verändert die Perspektive. Jetzt bin ich realistisch. Ich glaube, ich habe noch viel Zeit, aber ich weiß, dass das alles zu Ende sein kann, wenn ich mich verletze. Ich werde einem geschenkten Gaul nicht länger ins Maul schauen. Ich werde jeden Moment genießen. M&F
 


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