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QUADRATHLON
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QUADRATHLON
WENN SIE DREI DISZIPLINEN AM STÜCK FÜR HART GEHALTEN HABEN, SOLLTEN
SIE MAL EINEN BLICK AUF DIESEN „VIERER“ WERFEN
Wer in der Schule gut aufgepasst hat oder der griechischen Sprache etwas mächtig
ist, dem muss der Begriff Quadrathlon nicht lange erklärt werden. So wie
sich der Triathlon aus dem Wort drei und Wettkampf zusammensetzt, handelt es
sich beim Quadrathlon um einen sportlichen Wettstreit aus sogar vier Disziplinen:
Schwimmen, Radfahren, Kajak und Laufen.
Ein Athlet, der sich um den Titel „Aktiver“ gleich in mehrfacher
Hinsicht verdient macht, ist Stefan Teichert, denn der Mann aus Eppelheim nimmt
nicht nur selbst erfolgreich an Quadrathlon-Wettkämpfen teil, sondern kümmert
sich auch intensiv um die Förderung des Sports, der in Deutschland leider
immer noch eine Art Schattendasein führt. Aus Interesse und Liebe zum Sport
hat er 2003 das Internetportal www.quadrathlon-online.de gegründet und berichtet
aktuell und fachlich versiert über das Geschehen in dieser faszinierenden
Sportart.
VON DREI AUF VIER
Wie viele Quadrathleten fand auch Stefan Teichert den Einstieg über die
Schwestersportart Triathlon, auf die er fast zufällig aufmerksam wurde.
Schon in Kindertagen war er vom Schwimmen fasziniert und ist bereits mit ca.
11 Jahren zum Rettungsschwimmen gekommen, hat dort einige Meistertitel errungen. „1996
habe ich als Rettungsschwimmer einen Triathlon abgesichert und mir gedacht, ‚Das
schaffst du doch auch!’“, erinnert er sich. Im Jahr 2002 fühlte
er sich dann reif für die Herausforderung und fand in Heidelberg einen erfahrenen
Quadrathleten, der ihn letzt- endlich zum Start in der neuen Disziplin motivierte.
Mit Eppelheim hat er sich einen Standort inmitten der Triathlon-Hochburg Deutschlands
ausgesucht, denn im gesamten Rhein-Neckar-Gebiet sind die Trainingsbedingungen
optimal und die Menschen extrem sportbegeistert.
Mittlerweile zählt Stefan Teichert zu einem der besten Quadrathleten in
Deutschland und kann zahlreiche weitere Erfolge in Einzeldisziplin und sogar
dem Rettungsschwimmen vorweisen. Obwohl er einräumt, mit diesen Erfolgen
dennoch nicht in der deutschen Triathlon-Spitze mithalten zu können, weiß er
auch um die Vorteile des Quadrathlon und die Schwierigkeiten in beiden Sportarten. „Im
Quadrathlon muss man sicherlich schon sehr stark sein, aber man kann sich doch
noch eine schwächere Disziplin leisten. Der Nachteil ist, dass es im Quadrathlon
keine Profis gibt, d.h. alle Sportler müssen einem Beruf nachgehen und haben
möglicherweise Familie, was sie mit ihrem Training vereinbaren müssen“,
erklärt er. Dieser Beruf ist für Stefan Teichert die Arbeit als Krankenpfleger
in der psychiatrischen Uni-Klinik Heidelberg – eine Aufgabe, die sehr anspruchsvoll
und geradezu nach einem Ausgleich verlangt. Und den findet er in seinem Sport,
der mittlerweile sehr wichtig für ihn geworden ist, nicht nur im Wettkampf.
Aber er macht auch Einschränkungen: „Dennoch ist Sport nicht alles
für mich, denn ich denke, jeder Sportler, auch Profis, sollte noch andere
Dinge im Kopf haben, damit die Gedanken frei bleiben und ein Wettkampfstart entsprechend
locker angegangen werden kann.“
DIE DISZIPLINEN
Der Quadrathlon ist noch eine sehr junge Sportart, sie entstand erst gegen 1989,
als der Spanier Sergio Ferrero auf Ibiza den Diamond Man Long-Distance Quadrathlon über
5 km Schwimmen, 100 km Radfahren, 20 km Kajak und 20 km Laufen ins Leben rief.
So wurde 1992 die WQF (World Quadrathlon Federation) und die EQF (European Quadrathlon
Federation) unter Beteiligung des Tschechen Václav Marek gegründet.
Derzeit gehören 10 registrierte Nationen zur WQF: Kanada, Deutschland, Frankreich,
Großbritannien, Mexiko, Polen, Slowakei, Spanien, tschechien und ungarn.
ES GIBT IM QUADRATHLON 3 VERSCHIEDENE DISTANZEN:
1) SPRINT
(1 km Schwimmen – 25 km Radfahren – 5 km Kajak – 5 km Laufen)
2) MITTEL
(2,5 km Schwimmen – 50 km Radfahren – 10 km Kajak – 10 km Laufen)
3) LANG
(5 km Schwimmen – 100 km Radfahren – 20 km Kajak – 20 km Laufen)
Die Sportart selbst hat sich aus dem Triathlonsport entwickelt und bot aufgeschlossenen
Sportlern nun Möglichkeit, ihren Körper gleichmäßig zu belasten.
War im Triathlon der Oberkörper ja nur beim Schwimmen gefordert, muss man
nun auch noch beim Kajak Stärke aus dem Oberköper zeigen. „Das
macht diese Sportart so attraktiv, denn es ist die Verbindung von Ausdauer, Kraft,
Technik, Geschicklichkeit und Schnelligkeit, die den Quadrathlon sicherlich zu
einer der anspruchsvollsten Sportarten macht. Nicht zuletzt dadurch, dass man
4 Disziplinen trainieren muss - sogar 5, wenn man die Wechsel mit einbezieht,
da hier viel Zeit gewonnen und verloren werden kann“, erklärt Stefan
Teichert.
Langsam wird die Quadrathlonfamilie immer größer, es gibt mittlerweile
einen Weltverband und in vielen Ländern Sportler, die Quadrathlon betreiben,
weil sie sich vom Triathlon unterfordert fühlen und die Herausforderung
suchen. Auch wird mittlerweile ein Weltcup ausgetragen, den im letzten Jahr der
beste deutsche Thoralf Berg (TSV Cottbus) gewinnen konnte.
Abgesehen vom Triathlon gibt es auch viele Sportler, die aus dem Kajakbereich
kommen, da sich die Kanuten auch durch Laufen und Radfahren fithalten. Da diese
Sportler an Wettbewerben wie Kanutriathlon (Laufen – Radfahren – Kajak)
teilnehmen, ist der Sprung zum Quadrathlon häufig nicht mehr groß.
VIELSEITIGKEIT
Stefan Teichert hat sich für dieses Jahr einige Ziele gesteckt, die er mit
Hilfe seines Trainers und der Trainingsagentur finisher concepts (www.finisherconcepts.de)
erreichen möchte. Da wären zum einen ein angestrebter 2. Platz bei
der Deutschen Meisterschaft im Sprint und zum anderen die Teilnahme an seiner
ersten Langdistanz, in der er einen Platz unter den ersten 10 erzielen möchte. „So
ganz nebenbei“ nimmt dieser Vollblutathlet noch an Triathlonwettkämpfen
teil und startet für seinen Verein SG Poseidon in der 2. Triathlon-Bundesliga.
Da fragt man sich, wie dieser Mann all das zeitlich unter einen Hut bekommt. „Da
ich mittlerweile ein entsprechendes Leistungslevel erreicht habe, trainiere ich
jeden Tag, lege aber auch sehr viel Wert auf Regeneration, denn es bringt ja
nichts, den Körper im Training zu verschleißen, das kann man dann
ruhig im Wettkampf tun. Natürlich muss ich meinen Tag gut planen, damit
ich Training, Arbeit, Haushalt und Freunde (und bald auch noch Studium) unter
einen Hut bekomme“, gibt er zu.
Sein derzeitiges Training besteht wöchentlich aus 260 km Rad, 60 km Kajak,
45 km Laufen und 2 km Schwimmen, je nach Saisonziel. Als erfahrener Schwimmer
nimmt diese Disziplin weniger Trainingszeit in Anspruch, so dass er sich stärker
auf eventuelle Schwächen konzentrieren kann.
Als nächstes steht für ihn dieses Jahr die Quadrathlon-Weltmeisterschaft
an, die am 4. September 2004 stattfindet (Ergebnisse zur Zeitpunkt der Drucklegung
noch nicht bekannt) und vielleicht noch 1-2 Kanu-Triathlons, bevor er eine weitere
Variante ins Visier nehmen kann: Winter-Triathlon. „Ich probiere gerne
unterschiedliche Sachen aus und es ist gut für den Sportler, im Winter mal
etwas ganz anderes zu machen, um so wieder frisch motiviert in das Frühjahr
zu starten“, erklärt er. Und auch wenn er mit Laufen, Mountainbiking
und Skilanglauf eine anspruchsvolle Winter-Variante entdeckt hat, bleibt Stefan
Teichert auf Triathlon und Quadrathlon konzentriert und sieht seine Zukunft in
der Langdistanz.
GUT IM FUTTER
Was die Ernährung im Training und Wettkampf angeht, hat Stefan Teichert
keine genauen Vorgaben, schätzt sich aber glücklich, in der Trainingsphase
eigentlich alles essen zu dürfen. „Ich achte einfach darauf, dass
ich mich ausgewogen ernähre und genug Kohlenhydrate zu mir nehme“,
erklärt er. Vor einem Wettkampf versucht er, die so wichtigen Kohlenhydrate
vor allem in Form von Nudeln, die zu seinen Leibgerichten zählen, zu sich
zu nehmen. Doch gerade im Wettkampf ist das korrekte Timing absolut wichtig,
denn wenn sich der Hunger meldet, ist es meist schon zu spät. So müssen
auf langen Strecken Energiegels als Nahrung dienen. Noch größere Bedeutung
kommt allerdings dem Trinken zu. „Der Körper braucht viel Flüssigkeit,
um seine ganze Leistung abrufen zu können. Und gerade im Wettkampf muss
man sich oft zwingen, regelmäßig zu trinken, da man gerade bei den
heißen Temperaturen Unmengen ausschwitzt, wodurch es schnell zu Leistungseinbußen
kommt“, sagt er.
Wer glaubt, dass die Aktivitäten rund um den Sport damit erschöpft
wären – was ihn ja wirklich genug auslasten würde – der
irrt, denn im letzten Jahr hat Stefan Teichert eine Neuheit in Deutschland eingeführt:
den Elimination Triathlon. Dieses Event, das jedes Jahr in Eppelheim stattfinden
soll, umfasst die kurzen Distanzen von 175 m Schwimmen, 4000 m Radfahren und
1000 m Laufen. Es treten jeweils acht Athleten gegeneinander an und vier davon
qualifizieren sich für die nächste Runde. Da alles auf sehr engem Raum
stattfindet, ist der Reiz für die Zuschauer, die so alles mitbekommen, sehr
groß. Für weitere Infos wurde eigens eine Homepage eingerichtet: www.elimination-triathlon.de.
M&F
Kontakt: Stefan Teichert ist erreichbar über seine persönliche
Homepage www.stefan-teichert.de oder die von ihm betreute Quadrathlon-Website
www.quadrathlon-online.de.
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