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MUCHO GUSTAVO
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MUCHO GUSTAVO
VON SHAWN PERINE
BADELL NATÜRLICH. AN DIESEM 109 KG SCHWEREN ATHLETEN KANN MAN VIELES MÖGEN.
HIER IST DAS BIZEPSPROGRAMM, DAS SEINE 55 CM-ARME AUFGEBAUT HAT
GUSTAVO BADELL ist ein glücklicher Mann. Da er sich gerade innerhalb der
Top 10 bei drei IFBB Wettkämpfen hintereinander platziert und damit für
den Mr. Olympia 2004 qualifiziert hat, kann er in beruflicher Hinsicht glücklich
sein. Und die persönlichen Dinge laufen noch besser. Er teilt sich sein
Zuhause im schönen Carolina, Puerto Rico, mit seiner Frau Jessica, Sohn
Gustavo Jr. und Tochter Barbie Ann und verbringt seine Freizeit mit dem Training
seines Neffen und größten Fans Charlie Rodriguez, der unter Down-Syndrom
leidet. Natürlich würde ein Olympia-Titel in seiner Sammlung nicht
schaden. Aber er kann auf dieses Juwel in seiner Krone warten...zumindest noch
eine Weile.
MALERISCHE ANFÄNGE
Als jüngstes von fünf Kindern von Mere und Gomez Badell wurde Gustavo
1972 im schönen, tropischen Venezuela geboren. Fünf Jahre später
folgte Gomez einem Jobangebot, packte seine Familie ein und zog in das schöne,
tropische Puerto Rico um. Dort erwarb sich ein junger Gustavo eine Liebe für
alle Sportarten im Allgemeinen und Kontaktsport im Besonderen.
Mit 15 fing er mit dem Boxen an und praktizierte die Schwestersportart, das Kickboxen.
Aber auch wenn er Tempo, Agilität und natürliches Talent besaß,
fehlte Gustavo eines – Masse. „Ich war so dünn, als ich boxte“,
erinnert er sich. „Es war mein Trainer, der mir empfahl, mit dem Gewichtstraining
anzufangen, um meine Arme aufzubauen, weil man viel auf die Arme geschlagen wird,
wenn man Punches blockt.“
Und das tat er, enthusiastisch und mit großer Entschlossenheit. Sehr zu
seiner eigenen Freude sowie dem Erstaunen seiner Kollegen veränderte sich
sein Körper schnell. Im Handumdrehen fingen seine Arme an, straffer zu werden
und anzuschwellen, sogar so schnell, dass erfahrenere Studiomitglieder ihn nach
seinen Bodybuilding-Ambitionen fragten. „Bodybuilding?“ fragte sich
Gustavo. „Das ist ein interessanter Gedanke.“
GUTE GENE, MASSIVE MUSKELN
Auch wenn das Boxen spaßig und lohnenswert für den 19-Jährigen
war, galt das für das Bodybuilding erst recht. Er folgte seinen Instinkten,
nahm das Training ernsthaft auf und fand eine genetische Veranlagung für
den Muskelaufbau, die ihn von seinen Kollegen unterschied. Innerhalb von nur
sechs Monaten im Bodybuildingtraining nahm er an seinem ersten Wettkampf teil
und gewann ihn auch, die Junior Caribbean Championships 1991.
Gustavo war gefangen. Er begann, alle Bodybuildingzeitschriften und Bücher
zu lesen, die er bekommen konnte, um sich über seine neue Leidenschaft zu
informieren. „Ich liebte den Sport so sehr“, sagt er. „Ich
sah all die Kerle in den Zeitungen und dachte, Ich will wie sie aussehen. Und
dann fing ich an, zu denken: Ich will noch besser als sie aussehen.“
Kurze Zeit nachdem er sich selbst unterrichtet hatte, wählte Gustavo, wie
viele Bodybuilding-Neulinge, ein Vorbild – jemand, dessen Körper er
anstreben konnte. „Shawn Ray sah wirklich großartig aus“, erklärt
er. „Er hatte klassische Linien und eine tolle Form und er hatte die Art
von Körper, die ich wollte.“
Mit einem Entwurf in Gedanken und genug Enthusiasmus warf sich Gustavo mit der
Art von einmaliger Einstellung, die er während seiner Boxjahre erworben
hatte, in das Wettkampfbodybuilding. In kurzer Folge stieg er die regionalen
Rängen hinauf und innerhalb von sechs Jahren nach seinem ersten Training
gewann er seine Profi-Lizenz mit einem Gesamtsieg bei den Caribbean Championships
1997.
Seitdem hat sich ein langsamer Start als Profi schnell in einen stetigen Erfolg
verwandelt. In diesem Jahr ist er bislang Dritter beim Ironman (die Olympia-Qualifikation),
Siebter bei der Arnold Classic und Vierter beim San Francisco Pro geworden. Gustavo
schreibt seinem Trainer und Kollegen, IFBB-Profi Milos Sarcev, die Verwandlung
zu. „Er hat mir auf so viele Weisen geholfen. Nicht nur mit Training und
Diät, er hat mich auch gelehrt, wie man das Bodybuilding mehr genießt.
Er ist solch eine Inspiration und ein großartiger Freund für mich.“
ES IST SEIN LEBEN
Aber trotz des Erfolgs im Bodybuilding bleibt Gustavo bescheiden. Sie werden
nicht sehen, wie er an die sonnigen Küsten Kaliforniens zieht, um sich in
der „Bodybuilding-Szene“ herumzutreiben (Puerto Ricos Küsten
sind sonnig genug, danke). Auch findet man ihn nicht beim Trinken auf den berühmten
Parties nach Wettkämpfen (er trinkt überhaupt nicht). Für Gustavo
besteht Spaß aus endlosen Stunden Entspannen am Sandstrand von San Juan
mit seiner Frau und seinen Kindern, hochwertige Zeit beim Training seines geliebten
Neffen und natürlich grausamen, aber auch lohnenswerten Einheiten im örtlichen
Powerhouse Gym.
Und er wird weiterhin das Leben führen, das ihn erfüllt. Er bleibt
in der Nähe seiner Familie und verwöhnt sie mit seiner stets positiven
Anwesenheit. Und Sie können sicher sein, dass er die Bodybuildingränge
weiter nach oben klettern wird. Mit Milos in seiner Ecke plant er, beim diesjährigen
Mr. O großen Eindruck zu machen – im Wert von 109 kg, komme was wolle.
„Ich werde bei diesem Wettkampf besser als je zuvor sein“, versichert
er. „Vielleicht
werde ich 1,5-2 kg schwerer (als beim San Francisco Pro im März 2004) sein,
aber ich werde auch besser sein: bessere Proportion, bessere Form. Ich will wirklich
klassische Muskeln haben. Ich will der beste Bodybuilder sein, zu dem ich fähig
bin, nicht nur der massivste.“
Und was ist, wenn die Olympia-Kampfrichter Gustavos Fülle an Qualität
unter der Muskelmasse, die sicher das Line-up 2004 erdrücken wird, nicht
erkennen? „Es ist schwer zu sagen, wie die Kampfrichter denken“,
bemerkt er. „Aber ich will mein ganzes Leben ein Profi-Bodybuilder sein.
Ich liebe es so sehr. Und ich will immer besser werden, nicht nur um zu gewinnen,
sondern für mich selbst. Ich würde es auch lieben, den Mr. Olympia
zu gewinnen. Ich glaube, das kann ich schaffen.“
Ein Olympia-Sieg würde Gustavo Badell zu einem noch glücklicheren Mann
machen, vorausgesetzt, das ist möglich. Natürlich würde das bedeuten,
den sechsfachen Mr. Olympia Ronnie Coleman zu entthronen, was höchst unwahrscheinlich
ist. Wir werden bis zum 30. Oktober warten müssen, um es herauszufinden.
Shawn Perine ist Redakteur für die US-FLEX und veröffentlicht die
Bodybuilding-Website
www.ironage.us.
BEWAFFNET MIT RATSCHLÄGEN
VON GUSTAVO BADELL
1 Ich halte viel davon, meine Bizeps bei jeder Übung während des Bewegungsumfangs
anzuspannen bis ganz nach oben und nach unten. Ich glaube, es ist nötig,
die Kontraktion des Muskels so stark wie möglich zu spüren. Das hilft
Ihnen, „in Verbindung“ mit den Muskeln zu kommen und ich glaube,
es hilft ihnen, zu wachsen. Nicht nur das, ich versuche auch, meinen gesamten
Körper beim Training anzuspannen, egal welchen Körperteil ich bearbeite.
Dadurch lernen Sie, all Ihre Muskeln zu kontrollieren und es lehrt Sie, sie zusammen
zu nutzen.
2 Mit Kurzhanteln mache ich gern abwechselnde Curls. Für mich ist es am
wichtigsten, mich beim Training zu konzentrieren, und indem ich wechsle, kann
ich all meine Energie in den Arm einbringen, der bearbeitet wird. Ich mache auch
gern Kabelcurls mit einem Arm, so dass ich mich darauf konzentrieren kann, für
jeden Arm einzeln eine Spitzenkontraktion zu erzielen.
3 Ich bin nicht wie andere Athleten, die kleinere Muskelgruppen mit weniger
Sätzen
und größere mit mehr Sätzen bearbeiten. Für mich muss jeder
Körperteil gleich trainiert werden. Einige Menschen würden sagen, dass
ich zu viele Sätze für die Bizeps (20) mache, aber bei mir funktioniert
das großartig. Und mit 55 cm sind meine Arme keine kleine Muskelgruppe.
Sie müssen herausfinden, was für Sie am besten ist und sich daran halten,
egal was Ihnen andere Menschen sagen.
4 Ich beginne mein Bizeps-training immer mit Lang- oder Kurzhantelübungen.Diese bauen Masse auf und ich kann schwerer trainieren als mit Kabelübungen.
Ich betrachte Kabelbewegungen eher zur Verfeinerung und Qualitätsarbeit,
also kann ich darauf übergehen, sobald ich die Massearbeit erledigt habe.
5 Es ist wichtig, die Dinge zu vermischen. Wenn ich eine Woche mit Langhantelcurls
anfange, beginne ich die folgende Woche mit Kurzhantelcurls. Ich bringe gern
Abwechslung in mein Training. So fragen sich die Muskeln, was als nächstes
kommt. Sie müssen wachsen, weil sie sich nicht auf das nächste Training
vorbereiten können.
6 Wenn ich curle, halte ich einen Rhythmus in der Bewegung. Ich absolviere den
positiven Teil der Bewegung schneller als den negativen. Wenn ich z.B. Langhantelcurls
mache, senke ich die Hantel langsam ab und kontrolliere das Gewicht. Dann, wenn
ich den untersten Punkt erreicht habe, ziehe ich das Gewicht explosiv nach oben,
ohne abzufälschen oder die Langhantel zu schwingen, nur mit meinen Muskeln.
Dann halte ich die Position und spanne sie am obersten Punkt eine Sekunde an,
als ob ich eine Bizepspose einnehme, dann fange ich von vorn an. Zehn oder 12
Wiederholungen auf die Art und meine Bizeps schreien!
STEHENDE LANGHANTELCURLS
START: Stehen Sie vor einer Langhantel, die auf dem Boden oder einem Ständer
in Oberschenkelhöhe liegt. Fassen Sie die Hantel mit einem Untergriff auf
Schulterbreite. (Die Hantel mit einem engeren Griff zu halten, wird die äußeren
Bizeps besser belasten. Ein breiterer Griff wird den inneren Kopf mehr betonen.)
AUSFÜHRUNG: Heben Sie die Hantel vom Boden an. Curlen Sie sie aus einer
hängenden Position in einem Bogen zu Ihren Schultern und halten Sie Ihre
Ellbogen eng an Ihren Seiten. Kontrahieren Sie Ihre Bizeps am obersten Punkt
der Bewegung kraftvoll und bringen
Sie die Hantel dann kontrolliert in ihre ursprüngliche Position zurück.
SICHERHEITSTIPP: Anstatt vollkommen steif zu bleiben, halten Sie Ihre Knie etwas
locker, um die Belastung von Ihrem unteren Rücken zu nehmen.
ABWECHSELNDE KURZHANTELCURLS IM SITZEN
START: Legen Sie zwei Kurzhanteln an jede Seite einer Flach- oder verstellbaren
Bank mit aufrechter Rückenlehne. Fassen Sie die Kurzhanteln mit Ihren Handflächen
zum Körper gerichtet.
BEWEGUNG: Curlen Sie eine Kurzhantel zu Ihrer Schulter, während Sie Ihren
Ellbogen unbeweglich und eng an Ihrem Körper halten, drehen Sie dabei Ihre
Handfläche nach außen. Am obersten Punkt sollte Ihre Handfläche
zu Ihrer Schulter gerichtet sein. Spannen Sie Ihren Bizeps am obersten Punkt
an und bringen Sie die Kurzhantel langsam in die Startposition, kehren Sie die
Handgelenkdrehung um. Wiederholen Sie die Ausführung mit dem anderen Arm.
SZ-HANTELCURLS AM KABEL
START: Befestigen Sie eine SZ-Hantel an einem niedrigen Kabelzug. Fassen Sie
die innere Biegung, um sich stärker auf den äußeren Bizepskopf
zu konzentrieren, oder die äußere Biegung, um Ihre inneren Bizeps
zu betonen.
AUSFÜHRUNG: Stehen Sie aufrecht, mit leicht gebeugten Knien und behalten
Sie eine natürliche Wölbung in Ihrer Wirbelsäule bei. Legen Sie
Ihre Ellbogen an Ihre Seiten und curlen Sie die Stange zu Ihren Schultern. Halten
Sie und spannen Sie Ihre Bizeps am obersten Punkt für eine Sekunde an, bevor
Sie die Stange absenken, auf demselben Weg, aber etwas langsamer als im positiven
Teil der Bewegung.
CURLS AM HOHEN KABEL
START: Befestigen Sie Steigbügelgriffe an den hohen Kabelzügen eines
Kabelturms. Fassen Sie die Griffe mit den Handflächen nach oben gerichtet
und heben Sie dabei die Gewichtsstapel an. Die Kabel sollten auf einer Linie
mit Ihren Oberarmen sein, um den Bewegungsumfang zu maximieren. Kleinere Menschen
sollten ihre Ellbogen anheben. Größere Menschen sollten ihre Oberarme
eher parallel zum Boden halten.
AUSFÜHRUNG: Curlen Sie die Griffe zu Ihrem Kopf. Halten Sie die vollständig
kontrahierte Position für eine Sekunde, als ob Sie eine Doppelbizeps-Pose
ausführen, und kehren Sie langsam zum Start zurück. Sie können
auch einseitig trainieren. M&F
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