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HARD ROCK HOTEL
VON JEFF O’CONNELL
Vergessen Sie backstage – M&F fing diese schön geformten Divas
dort ein, wo sie schlafen
ABBY GENNET
Als Königin des Abschlussballs und Cheerleader, die blauen
Nagellack trug, hat Abby Gennet immer noch dieselbe Mischung aus himmlischer
Schönheit (wie
Kate Hudson) und Punk-Rock (wie Chrissie Hynde). Letztere, die einst Kritiken über
Rockstars schrieb und dann selbst einer wurde, ist der beste Vergleich für
Abby. Sie hat als VJ für MTV sowie MTV2 und dann VH1 moderiert, während
sie Frontfrau der Band SLUNT aus New York City ist, die gerade einen Vertrag
abgeschlossen hat. „Ein Hobby, aus dem mehr wurde“, nennt sie es.
In der Tat. Abbys Mutter ist Finanzberaterin und ihr Vater arbeitet in der Möbelbranche,
aber der Apfel fiel nicht nur weit vom Stamm, er landete auch in einem anderen
Garten. Und ihre Rock’n’roll-Träume wurden durch fast lächerliche
Einfachheit realisiert. Ein Interesse an Fotografie brachte sie in ein Seminar
von Mark Seliger, ein Fotograf vom Rolling Stone, der sie dann engagierte, sein
Studio zu leiten, sie ermutigte, ihrer eigenen Arbeit zwischen den Klienten nachzugehen.
Während sie in Kneipen arbeitete, um sich zusätzlich Geld zu verdienen,
bekam Abby eine Visitenkarte von einem Clubmanager, der sie zu MTV2 brachte.
So geht das doch immer, oder?
Hast du in der High School wirklich an einem Bodybuilding-Wettkampf teilgenommen?
Wir hatten einen Wettkampf namens Mr. Und Mrs. NMB (North Miami Beach). Ich mochte
das Training und kümmerte mich um meinen Körper. Ich war jeden Tag
im Studio.
Was hat dich veranlasst, die Gewichte in die Hand zu nehmen?
Für mich ist es immer gut, ein Ziel zu haben, wenn ich in Form kommen will,
wie die Bikini-Saison. Wenn man in Miami lebt, trägt man immer so wenig
Kleidung wie möglich, also ist es gut, in Form zu sein.
Außerdem hatten wir einen tollen Studiotrainer. Ich verdanke alles Coach
Ruland (lacht)! Ich kehrte vor einigen Monaten zu meiner High School zurück
und er war immer noch dort.
Was hast du zu den Kids gesagt?
„Hört zu, wenn ihr der nächste 50 Cent sein wollt – nun,
wenn
ihr nur auf eurem Sofa rappt, wird euch niemand hören. Nehmt ein Band auf,
schickt es raus und macht ein Praktikum bei einer Plattenfirma. Wenn ihr Produzent
sein wollt, wischt deren Fußböden umsonst, wenn es sein muss. Letzt-endlich
werdet ihr euch den Weg nach oben erarbeiten.“
Meine Philosophie im Leben besteht daraus, einen Haufen Mist an die Wand zu werfen
und zu sehen, was kleben bleibt. Aber für die Kids habe ich das Wort „Spa-ghetti“ benutzt.
Beschreibe den SLUNT Sound.
Die Leute fragen mich immer, wie wir klingen, aber ich hasse Vergleiche mit anderen
Gruppen, besonders unser Album. Wir werden es zum Ende des Sommers fertig haben
und dann auf Tour gehen. Ich werde kein Studio in der Nähe haben, aber mein
wildes Herumhüpfen sollte einige Kalorien verbrennen (lacht). Und ich bekomme
viel Kardio, wenn ich jeden Abend auf der Bühne performe.
Was steht für die Band als nächstes an, jetzt, wo ihr den Vertrag
unterschrieben
habt?
Wir gehen in diesem Monat zurück ins Studio, um unser Album fertig zu stellen.
Es sollte bis zum Ende des Sommers fertig sein und dann gehen wir auf Tour. Ich
werde kein Studio in der Nähe haben, aber mein wildes Herumhüpfen sollte
einige Kalorien verbrennen (lacht). Und ich bekomme viel Kardio, wenn ich jeden
Abend auf der Bühne performe.
Wenn dein Körper hart und definiert ist, genießt du irgendwie die
Power, die es dir auf der Bühne verschafft?
Wenn ich in guter Form bin, ziehe ich mich auf der Bühne definitiv sexier
an (lacht). Aber ob auf der Bühne oder auf der Straße, wenn man in
guter Form ist, läuft man definitiv anders. Selbstvertrauen ist sexy.
Was hält deine Mutter bislang von deiner Karriere?
Bei bestimmten Dingen rollt sie ihre Augen und gibt mir diesen Oh, Abby Blick
(lacht), aber sie weiß, dass ich die Grenze nicht überschreiten und
meine Integrität opfern werde. Ich gehe auf die Bühne, trage wirklich
sexy Kleidung und rolle mich herum, flippe aus, aber es macht Spaß. Es
ist Rock’n’roll.
DJ RAP
Die Finger von Gitarristen haben ständig Blasen, aber Plattenteller und
Vinyl sind deutlich freundlicher zu den Händen von Charissa Saverio, alias
DJ Rap, gewesen.
Schlank und gebräunt, sie sind perfekt als Handmodel – und auch geschickt
genug, sie zur DJ-Königin für Drum&Bass und andere Formen der elektronischen
Musik zu machen. Sie produziert ihre eigenen Aufnahmen und besitzt eine kleine
Plattenfirma.
Wie passend, dass eine Frau mit malaysischer-irischer-italienischer Abstammung
jetzt mixt. Die Weltreisen im Leben eines DJs sind eine Erweiterung von Charissas ähnlich
nomadischer Kindheit: Als Tochter eines Hoteliers wuchs sie im Luxus auf. Ihre
weltliche Neugier kommt jedoch nicht nur im Club durch, sondern auch in ihrer
Unterhaltung, die von FBI Profilern und Serien-Mördern bis zu biologischen
Kampfstoffen reichen kann. Um auf Tour fit
zu bleiben, praktiziert sie die Kampfsportart Ninjitsu, joggt und ernährt
sich „supergesund“, weil sie „ständig hungrig“ ist.
Hast du es genossen, in diesen edlen Hotels in weiter Ferne aufzuwachsen?
Für ein Kind ist es eine merkwürdige Erfahrung. Es gab keine anderen
Kinder. Es gab nur Erwachsene und Hotelgäste und lernen, wie man richtig
isst. Abendessen bedeutete, zum Hauptsaal zu gehen, wo ich vor allen Klavier
spielte, was für ein Kind echt blöd ist. Ich war sehr einsam. Ich verließ das
Leben so schnell ich konnte, als ich 14 war.
Die meisten Menschen haben eine vage Vorstellung, was Techno ist, aber
was ist
Drum&Bass?
Es ist wie Techno mit Beats. Die Beats pro Minute können bei 160 bis 185
liegen, was schnell ist, aber die Leute tanzen in halbem Tempo dazu, also ist
es sehr sinnlich. Es ist wild, aber kann auch schön und melodisch sein.
Wie viele Maschinen, Platten und Trommelfelle zerstört man, wenn
man das
Handwerk erlernt?
Einen Plattenteller zu bedienen, kann anfänglich das Frustrierendste sein,
das man machen kann. Ich produzierte meine erste Platte 1998 und fing 1989 mit
der DJ-Arbeit an, hatte damals einen Tape Recorder und ein Syntronic Deck. Ich
spielte die Kassette und versuchte, die Platte einzumischen. Es dauerte sechs
Monate mit Platten an die Wand werfen, das zu schaffen. Es ist etwas, das einem
niemand zeigen kann. Es liegt an deiner Persönlichkeit und wie du mixt.
Mein Markenzeichen ist, alles in Harmonie zu halten. Ich habe Klavier und Gitarre
gelernt, also kann ich Dinge, die sich beißen, nicht ertragen. Es muss
sich alles gut anhören, auch wenn es düster ist.
Wenn sich diese Fülle von Körpern zu deinen Klängen wie einer
bewegt, spürst du das?
Oh, ja. Es ist das Geilste überhaupt, Platten auflegen und eine Menge kontrollieren.
Man ist wie ein Marionettenspieler. Man weiß, an welchem Faden man ziehen
muss und sie reagieren und das ist das beste Gefühl der Welt. Das hat mich
hierher gebracht. Ich tanzte zu einem DJ und dachte, Gott, du könntest mir
kein besseres Gefühl geben.
INDIA ARIE
In einem Alter, in dem junge R&B Sängerinnen die Geschichte mit Erinnerungen
an Janet Jacksons Rhythm Nation Tour gleichsetzen, gehen India.Aries Wurzeln
tiefer, zurück auf das goldene Zeitalter der Soul-Musik und der bekennenden
Sänger-Songschreiber Bewegung, neben der sie Anfang der 70er Jahre florierte.
Daher der Titel ihres 2001 Debüts Acoustic Soul, das ihr sieben Grammy-Nominierungen
und Bewunderer wie Oprah Winfrey und Elton John eingebracht hat. Ihr Nachfolger
von 2002, Passage to India, festigte ihren Status als erstklassige Sängerin-Songschreiberin
mit einer tiefen, souligen Stimme und einem Talent, ihre positive Lebenseinstellung
in volle, radio-freundliche Grooves einzuwickeln.
India hat sicherlich den Vorteil, irgendwie ein Revival der 70er zu sein, wenn
man bedenkt, dass ihr Vater Ralph Simpson ist, der einst mit den ABAs Denver
Nuggets aufgetreten ist. India glaubt sogar, dass sie Profi-Athletin wäre,
wenn sie nicht stattdessen ihrer Muse gefolgt wäre. Sie hat früher
Gewichte gestemmt und Körbe mit ihrem Vater geworfen, aber heute läuft
sie, macht Yoga und befolgt eine vegane Ernährung, um ihre Füße
auf dem Boden und sich fit zu halten, während sie durch die Welt reist.
Ich habe gelesen, dass du im College zuerst auf der Bühne gestanden hast.
Warst du auch in Gefahr, dicker zu werden?
Unser Campus war weit verzweigt und viele Menschen fuhren Rad, ich auch. Und
ich war immer zu spät. Ich fuhr auf der Straße, sprang über all
das Zeug mit meinem Rucksack fest auf meinem Rücken. Ich wusste aber nicht,
wie sehr das ein Wendepunkt für meine Gesundheit sein würde, bevor
ich die Schule verließ. Eines Tages sah ich in den Spiegel und dachte,
Wow. Ich hatte von Natur aus durch meine Gene starke, muskulöse Beine, aber
nachdem ich zwei Jahre lang Rad gefahren war, war ich super in Form – meine
Arme, Bauch, Rücken, Beine, alles. All der Babyspeck war verschwunden.
Tanzen ist die direkteste Verbindung zwischen Musik und dem menschlichen
Körper,
aber gibt es für dich eine subtilere Verbindung, wie du Musik in deinem
Körper fühlst und verarbeitest?
Das ist diese Sache, die ich mein ganzes Leben erfahren habe. Wenn ich Musik überhaupt
spüre – manches mag ich, spüre es aber nicht – dann erreicht
es unterschiedliche Teile meines Körpers. Wenn ich etwas wirklich spüre,
bekomme ich Gänsehaut (sie schüttelt ihren Körper auf dem Sofa,
als ob sie besessen ist). Jedes Organ springt und alles bewegt sich. Für
mich geht es bei meiner Musik viel darum: Dinge zu bewegen. Ich weiß noch
nicht, was es ist, aber mein Patenonkel sagte, dass meine Aura wirklich groß wird,
wenn ich singe.
Bereits der Begriff Soul Music deutet etwas an, was es nicht ist...
Ja, ich schätze den Begriff Soul Music, wenn man über Sam Cooke oder
Al Green sprechen will, aber im Jahr 2004 hat Soul Music wohl eine andere Bedeutung
erlangt. Es hat keine Farbe und kein Gesicht. Wenn der Künstler aus seiner
Seele singt, dann spürt man es an genau dem Ort. Das ist für mich Soul
Music. M&F
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