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ENTFESSELT

Untitled Document ENTFESSELT!
Einige Menschen haben Erfolg im Sport, andere im Film, aber man braucht einen Menschen mit außergewöhnlichem Talent, um beides zu bekommen!
Lernen Sie Silvio Simac kennen, Schauspieler, Bodybuilder und Weltmeister im Kampfsport!
VON JOHN PLUMMER


Er ist einer der attraktivsten Männer, die Sie sich vorstellen können, er hat einen der perfektesten Körper, den man sich vorstellen kann, und er ist einer der härtesten Kämpfer, dem man je begegnen kann. Ach ja, und er arbeitet mit schönen Frauen in der Filmbranche. Lernen Sie Silvio Simac kennen, Schauspieler, Bodybuilder und Weltmeister im Kampfsport und vielleicht der Mann, der Sie möglicherweise neidischer macht als irgendjemand anderes.
Simac, 31, ist eine Seltenheit: ein britischer Kampfsport-Filmstar. Mit einer Größe von stattlichen 1,83 m und kraftvollen 97 kg dauert es nicht lange, zu verstehen, warum er beim Vorsprechen begeistert. Werden Sie Zeuge blitzschneller Tritte und Sie verstehen, warum er die Rollen bekommt. Seit seinem ersten Film 2000 hat er mit Leuten wie Kampfsport-Superstar Jet Li, WWE-Star Rob van Dam und dem britischen Schauspieler Bob Hoskins gearbeitet und mit Lennox Lewis trainiert.
Bevor Sie die Zeitschrift im Studio vor lauter Wut darüber, wie unfair das Leben sein kann, zerreißen, sollten Sie wissen, dass Simacs Gesicht zwar naturgegeben ist, sein Körper und seine Kampffähigkeiten jedoch nicht. Das überirdische Aussehen ist das Produkt von einem Engagement für die Fitness, das in den letzten zwei Jahrzehnten von brutal bis verrückt geschwankt ist.
Sein körperliches Talent wurde in seiner Jugend in Kroatien deutlich. „Mein Sportlehrer kontaktierte meine Eltern, weil ich in Power-Sportarten wie Sprinten, Weitsprung und Kugelstoßen so gut war“, erinnert er sich. „Ich hielt einige Schulrekorde und sie sagten, dass ich Talent hätte. Aber wir zogen bald danach, als ich 12 war, nach England.“
Als sie auf der Insel ankamen, entdeckte Simac den Mann, der alles personifizierte, das er sein wollte. „Wie die meisten Jungs, die in den 70er aufwuchsen, war ich von Bruce Lee inspiriert“, sagt er. „Er erschuf ganz allein ein neues Genre von Action-Filmen, öffnete die Tür für Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger, die in seine Fußstapfen traten. Wenn man ein Kind ist, findet man Gefallen an Kraft, weil es Teil unserer primitiven Instinkte ist. Das begeisterte mich zuerst: er hatte einen erstaunlichen Körper.“
Simac fing im Alter von 13 mit dem Gewichtstraining an, um wie Lee auszusehen, und mit 15 begann er Tae-Kwon-Do, so dass er wie er kämpfen konnte. Innerhalb von 21⁄2 Jahren hatte er seinen schwarzen Gürtel, eine bemerkenswert schnelle Leistung. „Ich bin eine sehr extreme Person“, erklärt er. „Entweder mache ich etwas extrem gut oder überhaupt nicht. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, gebe ich 100 Prozent.“
Solche Intensität besorgte seine Eltern. „Sie sind beide Akademiker und sorgten sich, dass meine Studien leiden würden“, sagt er. Er stimmte zu, einen Kompromiss einzugehen – nicht durch weniger Sport, sondern durch das Aufstehen um 5.30 Uhr, um sicherzugehen, dass er genug Zeit hat, Studium und Training in seinem Tag unterzubringen. „Ich war fanatisch“, gibt er zu. „Ich habe Bilder von mir, wie ich barfuss im Schnee trainiere, als ich 16 war. Ich machte viele solcher verrückten Dinge. Damals schmeckten Proteindrinks schrecklich, aber ich würgte sie nach dem Aufstehen und vor dem Training hinunter. Dann fuhr ich mit dem Rad zur Uni und machte dort Spagat zwischen zwei Stühlen, während meine Muskeln noch warm waren.“
Als er seinen schwarzen Gürtel hatte, fing er an, sich größere Ziele zu setzen und gewann bald seinen ersten von 14 britischen Titeln im WTF Tae-Kwon-Do. Auch wenn er noch ein Teenager war, fing er an, den Sport zu unterrichten. „Das Unterrichten hat mir mehr Motivation, gut zu werden, verschafft als alles andere“, sagt er. „Einer der Gründe, aus denen ich mich entschied, Filme zu machen, war, dass es mir die Chance bot, mehr Menschen zu inspirieren. Wenn ich einen Kurs vor 37 Leuten unterrichte, erreiche ich nur 37 Leute, aber wenn ich im Film auftrete, kann ich viele mehr beeinflussen.“
Simac gewann vier europäische Titel und wurde 1999 schlussendlich Weltmeister, bevor er sich vom Wettkampf zurückzog. „Ich kam an den Punkt, an dem ich das Gefühl hatte, ich würde versuchen, die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen und nicht meine eigenen“, sagt er. Einen Weltmeistertitel zu holen, schien eine gute Zeit zu sein, um aufzuhören und er begann, daran zu denken, für Geld anzutreten und nicht für Medaillen, indem er sein Glück im Film versuchte. Aber auch wenn viele Menschen von einer Karriere auf der Leinwand träumen, schaffen es nur wenige. Simac gibt zu, dass er am Anfang viele Zweifel hatte. „Unterbewusst wollte ich es immer machen, aber ich hatte nicht das Selbstvertrauen“, sagt er.
Glücklicherweise musste er nicht lange auf seinen Durchbruch warten. „Jemand empfahl mir eine Firma für Film-Management, die einen Kampfsportler suchte“, sagt er. „Also unterschrieb ich bei ihnen und hatte fünf Wochen später einen Vertrag.“ Jedoch nicht irgendeinen Vertrag: dieser brachte ihn für drei Monate nach Thailand, um 2000 den Kampfsportfilm Black Mask 2 mit WWE-Star Rob van Dam zu drehen.
Als er in Thailand ankam, sollte er nur vor die Kamera gehen, einige verrückte Tritte zeigen und wieder verschwinden. Aber er zog den Produzenten auf eine Seite, um ihm zu zeigen, dass er ernsthaft kämpfen kann, und plötzlich war seine Rolle größer und er spielte die Nebenrolle neben dem Hauptbösewicht. „Es war die beste Erfahrung meines Lebens“, sagt er. „Es veränderte mich vollkommen. Ich verliebte mich total in die Branche und war drei Monate später immer noch aufgeregt.“ In einem Augenblick war er von einem Arbeiter bei der Studenten-Union an der Thames Valley University zum internationalen Filmstar aufgestiegen.
Nach seiner Rückkehr nach England wurde er auf britischen TV-Schirmen als einer der Stars von BBC2s Masters of Combat Programm präsentiert. „Es war wie die Kampfsportversion von Gladiators“, sagt er. Sein früher Erfolg veranlasste ihn, Schauspielkurse zu belegen, was ihm half, ständig Jobs zu bekommen. Er trat in Lexx um sich, einer kanadischen Science Fiction-Serie, die in der Karibik gedreht und auf Channel Five in England übertragen wurde, bevor weitere Filmrollen folgten, wie z.B. in The Purifiers, Team 1, Square Circle und Unleashed, der in Paris gedreht wurde. Als wir uns trafen, bereitete er sich darauf vor, nach Bulgarien zu fliegen, um eine Sequenz für den Wesley Snipes-Film Undisputed zu drehen.
Nur wenige Genres haben in den letzten Jahren so floriert wie die Kampfsport-Filme, aber das Kämpfen im Film ist nicht wie der Kampf im echten Leben. „Es geht um spektakuläre Kicks und die Schläge und Tritte müssen viel größer aussehen“, sagt er. „Man schlägt im Film nicht gerade, man schwingt den Schlag von lang hinter dem Körper. Man übertreibt alles, inklusive der Reaktion. Die Reaktion auf einen Kick ist es, die mehr bringt als alles andere.“
Simac sagt, dass die Disziplin, die zum Bodybuilding und Kampfsport gehört, eine große Rolle bei seinem Erfolg gespielt hat. „Man lernt, sich selbst anzutreiben, um zu entdecken, zu was der Körper fähig ist und das hilft, andere Hürden im Leben zu überwinden“, sagt er. Unglücklicherweise teilen nicht alle Kampfsportler Simacs Liebe für das Gewichtstraining und halten an altmodischen Ansichten fest. „Viele von ihnen denken, dass massive Muskeln langsamer machen“, sagt er. „Aber sehen Sie sich Sprinter an – sie sind massiv. Sehen Sie sich Turner an – es sind massive Athleten. Sind sie langsam? Wenn man kraftvoller ist, sind die Kicks kraftvoller. Es ist, als würde man ein 3 Liter-Auto mit einem 1 Liter-Auto vergleichen.“
Der mentale Aspekt des Trainings hilft ihm ebenfalls, einen unbarmherzigen Beruf zu überleben. „Beim Erfolg geht es nicht nur um das richtige Aussehen“, sagt er. „Es geht um Entschlossenheit und darum, wie viele Klinken man putzt, darum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Man muss sich verkaufen. Verträge zu bekommen, kann ein langer, schmerzhafter Prozess sein und Sie bekommen nichts garantiert, bevor Sie nicht unterschrieben haben. Eine extreme Persönlichkeit zu haben, bedeutet, es richtig zu machen. Wenn Sie es halbherzig angehen, sollten Sie es gleich lassen.“
Die Belohnungen können lukrativ sein – er verdient bis zu € 1.000 am Tag – aber Arbeit liegt nicht auf der Straße. „Es kann sein, dass man drei oder vier Monate keine Arbeit hat, aber wenn sie kommt, ist das Geld gut“, sagt Simac. „Aber Sie müssen daran denken, dass Sie sechs oder sieben Wochen vor einer Rolle intensiv trainieren müssen und das kann anderen Verpflichtungen im Weg stehen.“
Wenn er nicht am Set arbeitet, findet man Simac oft im Olympian Fitness in Hayes, Middlesex, wo er seinen Körper in Form bringt. Dort sticht er selbst unter den besser entwickelten Körpern heraus. „Ich sehe mich gern als die Person, die eine Brücke zwischen Kampfsport und Bodybuilding schlägt“, sagt er. Wenn Sie je das Studio besuchen, sollten Sie ihn gleich entdecken…er wird derjenige sein, von dem ihre Freundin schwärmt.

TRAINING
Wie viele Kampfsportler glaubt Simac, dass man den mentalen Aspekt des Trainings so ernst nehmen sollte wie die körperliche Seite, auch wenn es um die eigentliche Arbeit geht. „Um in Form zu kommen, zählt zuerst der mentale Aspekt“, sagt er. „Zu vielen Menschen fehlt die Motivation, effektiv zu trainieren. Wenn ich ins Studio gehe, will ich dort trainieren, sonst nichts. Ich bin wie eine Maschine. Die Leute trainieren viele Jahre und ihr Körper verändert sich nicht. Es ist nicht, dass Sie irgendetwas falsch machen, sie wollen es nur nicht stark genug. Alles beginnt mit einem Gedanken, also seien Sie positiv und identifizieren Sie Ihre Ziele.“
In einer typischen Woche übt Simac viermal Kampfsport und trainiert viermal mit Gewichten. Er macht auch eine wöchentliche Plyometrics-Einheit und ist besessen genug vom Stretching, um zuzugeben, dass er es im Bett macht.
Er variiert seinen Studioplan, um das Training interessant zu halten, aber das war sein Programm, als wir uns trafen. Am Montag trainiert er Brust und Trizeps, aber nicht vor einem 20-minütigen Lauf zwischen 13 und 16 Kilometer pro Stunde auf dem Laufband, um sich aufzuwärmen, gefolgt von 15 Minuten Stretching. Er beginnt mit vier Sätzen Schrägbank-Kurzhanteldrücken im Bereich von 6 bis 12 Wiederholungen und mit 45 kg in jeder Hand. Vier Sätze mit 6 bis 12 Wiederholungen sind seine Regel, obwohl er das bei bestimmten Übungen variiert, und er beendet jede Übung oft mit einem abnehmenden Satz, was bei ihm bedeutet, den Satz bis zum Muskelversagen zu machen, dann sofort das Gewicht zu verringern und fortzufahren, bis er an den Punkt kommt, an dem selbst das leichteste Gewicht den Muskel ermüdet.
Nach dem Schrägbank-Kurzhanteldrücken wechselt er auf Kabelziehen überkreuz, Kurzhanteldrücken auf der negativen Schrägbank und Dips. Für die Trizeps macht er nur je drei Sätze von zwei Übungen, wählt zwischen Trizepsdrücken am Seil oder überkopf und Kurzhantel-Überzügen überkopf. Simacs Arme sind seine Stärke, aber er trainiert sie kaum. „Als Kind machte ich viel Bizepscurls und Trizepsstrecken, weil es die einzigen Übungen waren, die ich kannte, was wahrscheinlich erklärt, warum meine Arme wuchsen“, sagt er. „Heutzutage mache ich sehr wenig für die Arme, besonders die Bizeps, die ich nur alle zwei Wochen trainiere.“
Am Dienstag trainiert er seine Schultern. Sein Plan besteht aus je einer Übung für die vorderen, seitlichen und hinteren Deltas. Er beginnt mit Kurzhantel-Fliegenden für die seitlichen Deltas, gefolgt von Frontheben. Dann kommt die große Übung – Kurzhanteldrücken, die wichtigste, zusammengesetzte Bewegung für den Aufbau von Schultermasse. Wie bei der Brust bevorzugt Simac Kurzhanteln gegenüber der Langhantel. „Sie können die Bewegung besser kontrollieren, also verbessert sie Ihre Kernstabilität“, sagt er. Er beendet sein Schultertraining mit Seitheben für die hinteren Deltas, die er bäuchlings auf einer Bank liegend ausführt. „Ich höre immer mit den hinteren Deltas auf“, sagt er. „Ich gehe gern bis zur Erschöpfung und mache manchmal auch Liegestütze.“
Mittwoch beginnt mit 60 Minuten Kardio, gefolgt von einer Plyometrics-Einheit. Er beschreibt Plyometrics als ‚Überbrückung der Lücke zwischen Kraft und Tempo.’ Die Einheiten, die Übungen wie Froschhüpfer, vertikale Sprünge und Liegestütze mit Klatschen, umfassen, sollen die Explosivität, die im Kampfsport nötig ist, pflegen, indem der Muskel erst gedehnt und dann kontrahiert wird.
Simac trainiert seinen Rücken am Donnerstag mit T-Hantelrudern, Latziehen und Rudern am Kabel. Er trainiert abermals im Bereich von vier Sätzen mit je 6 bis 12 Wiederholungen, beendet jede Übung mit einem abnehmenden Satz. „Da ich für Tempo und Explosivität trainiere, hebe ich das Gewicht schnell an und senke es langsam ab“, sagt er.
Das Beintraining ist am Freitag an der Reihe. „Ich trainiere meine Beine am Ende der Woche, so dass sie Zeit haben, sich über das Wochenende zu erholen“, sagt er. Da er so viel Zeit auf Kicks verwendet, trainiert er seine Beine nicht so brutal wie viele Bodybuilder, denn er möchte sie für sein Kampfsporttraining nicht so massiv und schwer oder mit so viel Muskelkater behaftet haben. Aber sein Training ist auch nicht so leicht: er macht vier Sätze Kniebeugen an der Multipresse mit je sechs bis acht Wiederholungen und bis zu 150 kg. Dann führt er Beinstrecken, Beinbizepscurls und Beinpressen aus.
Simac, der von Maximuscle gesponsert wird, ist gleichermaßen leidenschaftlich in Bezug auf die Ernährung. Er isst sieben oder acht Mahlzeiten am Tag und achtet darauf, viel Protein zu bekommen, um seine Muskeln aufzubauen. So viele Mahlzeiten zusätzlich zu seinem Studiotraining und dem Kampfsport zuzubereiten, ist hart – aber na ja, gutes Aussehen ist eben kein Spaziergang! M&F
JUNI 2005

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